Im Überfluss der Indizien. Otto Soykas Das Glück der Edith Hilge (1913) und Leo Belmonts Djablica (1922)
摘要
Im Rahmen eines intensiv beworbenen Preisausschreibens der Illustrierten Zeit im Bild waren die Leserinnen und Leser des dort erscheinenden Fortsetzungsromans Das Glück der Edith Hilge (1913) von Otto Soyka dazu aufgerufen, das darin vom Autor selbst nicht zur Aufklärung gebrachte Rätsel mit literarischen Mitteln zu lösen. Die Überfülle an Indizien machte eine sich aus dem Paradigma der ‚Deduktion‘ ableitende Aufklärung indes unmöglich. Unabhängig vom Preisausschreiben veröffentlichte der Warschauer Jurist und Schriftsteller Leo Belmont (Leopold Blumental) 1922 in polnischer Sprache den an Soykas Edith Hilge anknüpfenden Kriminalroman Djablica (Die Teufelin). In der Rolle des ‚Rezipienten als Richter‘ ordnet Belmont darin die von Soyka ausgestreuten Indizien mit dem Anspruch ‚mathematischer Genauigkeit‘ und bietet schließlich – angereichert durch rechtsphilosophische und kriminalpsychologische Reflexionen – eine Lösung des Falls an.