„Makler des Guten“. Zur Praxis ästhetischen und kulturkritischen Urteilens im Kunstwart
摘要
Der Beitrag widmet sich dem Kunstwart als einer der erfolgreichsten Rundschauzeitschriften der Jahrhundertwende und untersucht, wie und unter welchen Voraussetzungen ästhetische und kulturkritische Urteile zustande kommen. Die Programmatik dieses Zeitschriftentypus ist geprägt von den Überblickseinbußen einer sich disziplinär und funktional ausdifferenzierenden Moderne, in der mediale und weltanschauliche Orientierungsangebote große Konjunktur besitzen und an die traditionelle Semantik des Kunstrichters anschließen. In Ergänzung zur bisherigen sozialhistorischen Forschung wird nach den begrifflichen, konzeptuellen und diskurshistorischen Transformationen gefragt, die sich zwischen Gründerzeit und Weimarer Jahren ergeben und die in der Zeitschrift exemplarisch zur Artikulation eines neuen kulturpublizistischen Erziehungs- und Führungsanspruchs beitragen.