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Die Macht im Parterre. Das Schaubühnenpublikum als Kunstrichter im Spiegel der Theaterjournale des 18. Jahrhunderts

  • Hans-Joachim Jakob

摘要

Die ökonomischen Grundlagen des deutschsprachigen Theaterwesens im 18. Jahrhundert waren klar geregelt: Das Publikum zahlte, wusste seine Vorlieben im Spielplan durchzusetzen und wurde von Theaterprinzipalen und SchauspielerInnen hofiert. Die aufklärerische Theaterkritik hingegen gedachte die Schaubühne zur ‚moralischen Anstalt‘ zu veredeln. Der größte Störfaktor dieses hehren Vorhabens war die Zuhörerschaft, die dem Geschehen auf der Bühne nur wenig Beachtung schenkte. Die Klagen über das ungehobelte und geräuschvolle Theaterpublikum sind Legion. Auf der anderen Seite gab es Theaterschaffende, die nicht in die Verurteilung des Publikums einzusteigen gedachten, sondern das Auditorium vielmehr zur kritischen Instanz erhoben, die gute schauspielerische Leistungen honorierte und schlechte sanktionierte. Diesem Diskurs gilt es im idealtypischen Medium der Auseinandersetzung mit der Schaubühne nachzugehen: dem Theaterjournal, hier zentriert auf einige wenige exemplarische Beispiele.