Anamnese und Diagnostik
摘要
Wir gehen im Folgenden davon aus, dass es nicht unbedingt notwendig ist, bei jedem Patienten einen vollständigen psychopathologischen Befund zu erheben. Vielmehr empfehlen wir in diesem Buch im Sinne einer sogenannten iterativen Hypothesenbildung ein syndromorientiertes Vorgehen bei der Anamnese. Kurz gesagt werden im Rahmen der iterativen Hypothesenbildung zunächst Verdachtsdiagnosen gestellt auf Grundlage der vom Patienten berichteten Beschwerden und des beobachteten nonverbalen Verhaltens. Diese Verdachtsdiagnosen werden dann durch das systematische Abfragen der entsprechenden diagnostischen Kriterien überprüft. Der Umgang mit den diagnostischen Kriterien erfordert ein Verständnis der psychopathologischen Fachbegriffe. Das Ziel dieses Abschnitts ist es daher, präzise Definitionen für die einzelnen psychopathologischen Begriffe zu geben. Dabei ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass bei der Beurteilung der Psychopathologie neben den Aussagen der Patienten auch die Fremdberichte (z.B. von Angehörigen) und die eigene klinische Beurteilung herangezogen werden.