„Ich bin nicht erlöst“ – Wittgenstein und der Ausdruck religiösen Glaubens
摘要
Der Schwerpunkt der folgenden Überlegungen liegt auf dem Begriff ‚Ausdruck‘ als Schlüssel zu der Frage der Artikulation des Glaubens bei Wittgenstein. Das Verhältnis von sprachlichem und (dem von ihm so genannten) begleitendem Ausdruck führt auf eine Unterscheidung von elaborierter und primitiver Reaktion, und in der Folge auf eine Ambivalenz in Wittgensteins Gebrauch des Wortes ‚primitiv‘. Sie ist aufschlussreich für seine Konzeption des lebensweltlichen Hintergrundes philosophischer Problemstellungen und -lösungsstrategien. Besonderes Augenmerk gilt der Spannung zwischen dem Glauben als Entscheidung für eine ‚Art des Lebens‘ einerseits, und anderseits der prinzipiellen Unverfügbarkeit der Lebensform (‚Das Hinzunehmende, Gegebene –könnte man sagen –seien Lebensformen‘). Schließlich wird die (von Stanley Cavell inspirierte) Frage berührt, wie religiöser Glaube sich in der Stimme des philosophierenden Subjekts artikuliert