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Gruppenentwicklungen

  • Volker Münch

摘要

Ein Gruppenprozess ist kein gradliniger Prozess. Und die Entwicklung der Gruppe ist etwas anderes als die Entwicklung der einzelnen Gruppenteilnehmer*innen in ihr. Dabei verschränken sich beide Dimensionen, vor allem wenn es sich um eine halboffene Gruppe handelt. Die einzelnen Phasen der Gruppenentwicklung, von den anfänglichen Ängsten und Projektionen hin zu mehr Vertrauen und Zuversicht, aber auch hin zu mehr Konfliktfähigkeit, sind relativ gut beschrieben (vgl. Yalom, Theorie und Praxis der Gruppenpsychotherapie. Klett-Cotta, Stuttgart, 2016). Es gibt jedoch auch destruktive Entwicklungen in Gruppen, die Beachtung verdienen (vgl. Nitsun, The Anti-Group. Routledge, London, 2014). Keine Gruppe ist ein Selbstläufer und wird allein förderliche und kreative Aspekte zur Entfaltung bringen. Immer geht es auch um die Akzeptanz des Schattens, die Akzeptanz von Einsamkeit, von Leere, von Wut und Zerstörungslust. Wir werden das Konzept der „Anti-Group“ kennenlernen und wie gut es sich dazu eignet, die Polarität der Entwicklung in und von Gruppen zu beschreiben. Verschiedenste Ängste, die um Kränkungen, Scham und Sexualität kreisen können, müssen zunächst anerkannt werden, bevor sie den Gruppenprozess weniger stark blockieren. Kommunikation ist etwas, das jede Gruppe aufs Neue entwickeln und aufbauen lernen muss, immer mithilfe der persönlichen Ressourcen und auch Grenzen ihrer Mitglieder. Jenseits aller Widerstände gibt es auch archetypische Kräfte, die einen positiven Einfluss auf den Gruppenprozess haben. Diese Kräfte und die Frage, wie sie die Leitung einer Gruppe nutzen kann, sollen in Kap.  14 und 15 vertiefend untersucht werden.