错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Die Malerpalette: künstlerische Selbstreflexion

  • Harriet Häußler

摘要

Nur zwei der 28 Himmelspaläste sind Stabskulpturen, bei denen Anselm Kiefer bleierne Malerpaletten verwendet. Die Malerpaletten waren seine ersten von ihm geschaffenen, dreidimensionalen Objekte überhaupt die Himmelspaläste sind sein erster Zyklus aus gänzlich freistehenden, dreidimensionalen Werken. Kiefer scheint sich im Skulpturenzyklus seiner Entwicklung von der Malerei zur Bildhauerei bewusst zu werden. Die Künstler-Palette selbst dient ihm auch als ein Medium der Objektivierung, an dem sein starker, autoreflexiver Bezug offensichtlich wird. Die Himmelspalästen führen immer wieder zur frühromantischen Ironie-Konzeption, wie sie von Friedrich Schlegel und von Novalis aufgestellt wurde. Schlegel und Novalis beschreiben um 1800 ein kunsttheoretisches Konzept, das in seinen Grundzügen in den Himmelspalästen eine materielle Umsetzung erfährt. Sowohl die wesentlichen Prinzipien als auch die fünf spezifisch untersuchten Charakteristika, die die beiden von einem Werk im Sinne der romantischen Ironie (Schlegel) bzw. der „romantischen Poëtik“ (Novalis) verlangen, finden sich im Werkzyklus. Das Paradoxon und die Parekbase in Schlegels Sinne treten in der Skulpturenreihe in Form von paradoxen Darstellungen (Geflügelte Paletten-Skulptur 20) sowie in Form einer diskontinuierlichen Erzählstruktur mit Perspektivwechsel (Hieros Gamos-Skulptur 6) auf. Auch die drei von Novalis geforderten Charakteristika – Ambivalenz, Heterogenität und Banalität – lassen sich in den Himmelspalästen nachweisen.