Valentinus und Jakobs Traum: Mensch und Kosmos
摘要
Die letzten fünf Vitrinenarbeiten aus den Himmelspalästen werden vor dem Hintergrund so heterogener Themen wie der frühchristlichen Gnosis nach Valentinus, der alttestamentarischen Schilderung von Jakobs Traum, der Alchemie sowie dem Gedankengut des Mystikers Robert Fludd aus dem 17. Jhr. untersucht. All diese Themen eint der Gedanke des Mystikers, dass er auf der Suche nach dem Bild Gottes ist und er auf dieser Suche sein eigenes Dasein ergründen will. Anselm Kiefer versucht in seiner Kunst, diese vielfältigen menschlichen Vorstellungen einer Verbindung zwischen oberer, göttlicher und unterer, irdischer Welt künstlerisch zu verarbeiten. Essentiell erscheinen dabei seine Reflexion über das Bildermachen an sich sowie die Idee, dass die Welt beständigen Verfalls- und Rekonstruktionsprozessen unterworfen ist. In den alchemistischen Himmelspalästen werden von ihm fünf der sieben alchemistischen Metalle verwendet, denen in der Geheimwissenschaft ein hoher immaterieller Wert zugeschrieben wird: Das Blei als erster Stoff im Opus Magnum findet sich in der Werkreihe am häufigsten, aber auch das reinste Metall, das Gold, wird von ihm benutzt. Anselm Kiefer schafft damit Kunstwerke, die nicht nur aufgrund der symbolisch aufgeladenen Materialien, sondern auch aufgrund ihrer Fragilität und ihrer Fragmentarität auf metamorphe Prozesse hinweisen.