Die sieben Himmelspaläste: Kabbala und jüdische Mystik
摘要
In vierzehn der 28 Himmelspaläste verarbeitet Anselm Kiefer Gedankengut aus der Kabbala und der jüdischen Mystik. Sowohl im Aufbau der Skulpturen als auch in den zahlreichen Beschriftungen, die er an einzelne skulpturale Elemente angeklebt oder geheftet hat bzw. auf das Glas der Vitrinen schreibt, bezieht sich der Künstler auf kabbalistische Vorstellungen vom Aufbau und der Schöpfung der Welt. So versieht er Skulpturen mit Begriffen wie En-Sof, Sefiroth, Schechina, Zimzum und Schebirath ha-kelim, mit denen Kabbalisten Gottheiten und einzelne Phasen der Weltschöpfung bezeichnen. Kiefer fasziniert der kabbalistische Gedanke, wie man eine verborgene Gottheit oder einzelne Phasen der Weltschöpfung in Kunst umsetzen kann. Der Künstler verwendet in den transparenten Vitrinenarbeiten auffallend leicht veränderbare Materialien wie Plastik, Papier, Folie, Glas, Blei und Fotografie, womit er eine Parallele zwischen der Infität seiner Kunstwerke und der kabbalistischen Weltvorstellung zu ziehen scheint. Die Idee einer „Schöpfung aus dem Nichts“ mit den beiden sich ergänzenden und zugleich widersprechenden Paaren Emanation und Manifestation einerseits und Konzentration und Verhüllung andererseits wird in zarte Papier- und Glasarbeiten mit geschmolzenem Blei oder zusammengeklebten Holzstäben künstlerisch umgesetzt.