Heine und die Menschenrechte: eine verborgene Tradition
摘要
Heines dezidiertes Engagement für die Menschenrechte ebenso wie seine zuweilen kritische Haltung diesen gegenüber lässt sich durch sein Werk als ein roter Faden verfolgen, der seinem schriftstellerischen Programm in irreduzibler Weise eingeschrieben ist. Als Jurist ausgebildet, sind seine Jahre als Student der Rechtswissenschaft nicht spurlos an Heine vorbeigegangen, und so findet sich bereits in der „Harzreise“ an prominenter Stelle eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Rechtsdiskurs seiner Zeit: eine Passage, in der Themis, die griechische Göttin der Gerechtigkeit, auftritt und der Juristischen Fakultät der Universität die Leviten liest. Die Thematik wird im zweiten Teil der „Reisebilder“ in subversiv radikaler Weise in „Die Nordsee“ weitergeführt, und zwar mit einem Verweis auf Spinoza, den Heine hier seinen „Unglaubensgenosse[n]“ nennt (B II, 232).