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Die Co-Parenting- Situation aus der Perspektive katholisch-theologischer Familienethik

  • Angelika Walser

摘要

Der Beitrag versucht eine Beurteilung der Co-Parenting-Situation aus der Sicht katholisch-theologischer Familienethik. Nach einem einleitenden ersten Kapitel, das anhand der Debatten um den Jugendroman Papierklavier die Spannung zwischen der Realität von heutigen Familien und dem katholischen Familienideal schildert, steht im zweiten Hauptkapitel eine kritische Würdigung der Co-Parenting-Situation im Mittelpunkt. Hierbei gilt es, soziologische und theologisch-ethische Perspektiven in einen Dialog miteinander zu bringen. Dies geschieht mittels Heranziehung des Zwei-Achsen-Modells von Hartmut Rosa. Seine Vorstellung vom „Resonanzhafen Familie“ unterscheidet zwischen (1) Eltern-Kind-Beziehung und (2) der Beziehung der Erwachsenen. Im Hinblick auf die im Mittelpunkt stehende Würde und das Wohl des Kindes und in Rückgriff auf die Befunde von Bernadette Breunigs Beitrag (s. o.), erweist sich die erste Achse in der Co-Parenting-Situation als durchaus stabil und verlässlich. Die zweite Achse ist dagegen aufgrund des eher unklaren Commitments der beteiligten Erwachsenen als unterschiedlich fragil zu bezeichnen und bedürfte m. E. unterstützender staatlicher bzw. rechtlicher Maßnahmen. Eine ergebnisoffene theologisch-ethische Auseinandersetzung mit der Co-Parenting-Situation impliziert allerdings auch selbstkritische Rückfragen an die Begründungsplausibilität normativer Forderungen der amtskirchlichen Moral. Das dritte Kapitel wirbt dafür, in der katholischen Familienethik die gegenwärtigen Veränderungen der Semantik der Liebe zur Kenntnis zu nehmen und ihnen mit Amoris Laetitia auf Basis des Prinzips der Gradualität differenzierter zu begegnen als dies bisher geschieht.