Clash of Civilizations zwischen Berlin und Bracken. Juli Zeh und die Corona-Pandemie
摘要
Juli Zehs Über Menschen sowie der gemeinsam mit Simon Urban verfasste Roman Zwischen Welten artikulieren Positionen zur Corona-Pandemie, wie sie auch aus öffentlichen Äußerungen Zehs bekannt sind. Beide Romane präsentieren eine erzählte Welt, die an die Haltung der Autorin zu gesellschaftlichen Konfliktthemen angepasst und dazu geeignet ist, diese gegenüber Lesenden zu plausibilisieren. Dabei nutzen die Romane Techniken der narrativen Empathie, um Wahrnehmungen und Wertungen ihrer jeweils in ostdeutschen Dörfern lebenden Protagonistinnen zu vermitteln, die in vielen Punkten mit denjenigen der Autorin übereinstimmen. Die Texte befürworten eine common-sense-Haltung gegenüber der Pandemie sowie gegenüber anderen aktuellen Themen wie geschlechtergerechter Sprache, Klimawandel, Rassismus und Nachhaltigkeit. Exemplarisch für diese Haltung steht ein romantisiertes ländliches Milieu, dessen Bewohner:innen miteinander auskommen müssen.