Ein Schauspiel rund um die Autorrolle: Juli Zehs Frankfurter Poetikvorlesungen
摘要
Juli Zehs Frankfurter Poetikvorlesungen Treideln (2013) basieren als Vorträge wie als Buchpublikation auf einer Poetik des Spiels. Implizit interpretiert Zeh durch die Konzeption ihrer Vorlesung die Performanz der Poetik-Dozentur als ein Kommunikationsspiel nach geläufigen Regeln, an dem neben ihr selbst als der Vortragenden auch die Öffentlichkeit und die Medien der Kommunikation partizipieren; die Öffentlichkeit konstituiert sich dabei aus dem anwesenden Publikum, dem durch die Buchfassung der Vorträge adressierten Lesepublikum, sowie Institutionen wie Literaturkritik, Presse und Akademia. Die unkonventionell gestalteten Vortragstexte – verlesene E-Mail-Korrespondenzen teils persönlichen, teils professionellen, teils amtlichen Inhalts – spielen mit der Suggestion authentischer Dokumente, aber auch mit der einer nur zögernd übernommenen Poetikdozentur. Ihre Verlesung wird zum Schau-Spiel, zur spielerischen Selbst-Inszenierung der Autorin im Spannungsfeld mehrerer ‚Personae‘: der Schriftstellerin, der Privatperson, der Dozentin, der Bürgerin, der Freundin und Kollegin.