Erwartungen und Erwartungsbrüche in Juli Zehs Nullzeit
摘要
Erwartungen und Erwartungsbrüche stellen in Juli Zehs Nullzeit einen zentralen Mechanismus der Konfliktbildung auf verschiedenen Ebenen dar. Auf der Mikro-Ebene fallen die Figuren Sven und Jola ihren Erwartungen an den Determinismus bzw. Indeterminismus des Lebens zum Opfer. Soziale Rollenerwartungen in Bezug auf Partnerschaft und deren Abgleich mit Formen der Inszenierung sorgen auf der Meso-Ebene für das Scheitern von Beziehungen zwischen den Figuren. Die Deutung der Ereignisse innerhalb und außerhalb der erzählten Welt als Makro-Ebene wird durch die unzuverlässigen Erzählinstanzen Sven und Jola, die beide jeweils einen Wahrheitsanspruch erheben, ebenfalls zum Konflikt: Das Lesepublikum findet seine (mögliche) Erwartung einer eindeutigen fiktiven Welt nicht erfüllt.