Stottern und treideln. Postsouveräne Poetik und politisches Schreiben bei Kathrin Röggla und Juli Zeh
摘要
Kathrin Röggla und Juli Zeh können als zwei der bedeutendsten politischen Autorinnen im deutschsprachigen Raum angesehen werden. Gleichwohl unterscheiden sich Rögglas und Zehs politische Ästhetik sowie ihre Konzeptionen politischer Autorschaft grundlegend voneinander. Ein Autorinnenvergleich scheint mithin besonders geeignet, die Bandbreite dessen zu ermessen, was ‚politisches Schreiben‘ heute bedeuten kann. Verglichen werden erstens Selbstaussagen Rögglas und Zehs zum politischen Schreiben und zweitens ihre jeweiligen Praktiken politischer Autorschaft. Ein dritter Analyseschritt widmet sich zwei Metaphern der Postsouveränität – nämlich stottern und treideln –, die Röggla respektive Zeh zur Charakterisierung ihres politischen Schreibens verwendet haben. Viertens schließlich wird die öffentliche Rezeption von Rögglas respektive Zehs Werk und Person in den Blick genommen. Insgesamt zeigt sich, dass Zeh im Rahmen speziell ihres politischen Schreibens bewusst auf literarische Komplexität verzichtet, um auf diese Weise ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Röggla hingegen hält durchgängig an einer anspruchsvollen, neo-avantgardistischen Ästhetik fest, reduziert damit aber zugleich ihre Aussichten auf Wirkung beim breiten Publikum.