Choose any fighter! Das Spiel mit Geschlechter- und Raumdichotomien in Juli Zehs Dorfromanen
摘要
In Juli Zehs Dorfromanen Unterleuten und Über Menschen finden sich zahlreiche auf Antagonismen und Dichotomien basierende Geschlechter- und Raumdarstellungen; besonders prägnant zu Beginn der Texte, wo (ehemalige) Stadtbewohnerinnen präsentiert werden, die sich in ihrem neuen ländlichen Umfeld zu behaupten versuchen. Durch klischeebehaftete Figuren und differenzielle Raumsemantiken wird textintern einer identifikatorischen Lektüre der Bücher entgegengearbeitet und ex negativo dazu eingeladen, unterschiedliche (Spiel-)Figuren zu fokussieren und aus diversen Perspektiven auf ländliche Begebenheiten zu blicken. Aufgrund omnipräsenter Überschärfen, die u.a. aus der Überzeichnung von Geschlechteridentitäten resultieren, entsteht in Zehs Romanen eine literarisch erzeugte Unschärfe, die ähnlich wie in Kathrin Rögglas Bauernkriegspanorama zum Nachdenken über implizite Wertvorstellungen und Maßstäbe zeitgenössischer (literarischer) Diskurse anregt.