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›Verflüssigung‹ als ästhetisch-performatives Bildungsprojekt

  • Florian Wobser

摘要

– auf diese Weise kommentiert der Psychoanalytiker und Medientheoretiker Theweleit unter dem Titel Artisten im Fernsehstudio, unbekümmert im Jahre 1995 den medienpraktischen Durchbruch Kluges, der diesem zwischen Geschichte und Eigensinn und Maßverhältnisse des Politischen gelungen war. Bereits im Laufe der 1980er Jahre bastelt Kluge an einem Projekt, das als die praktische Einlösung der vorher mit Negt gemeinsam erdachten massenmedialen ›Gegenproduktionen‹ charakterisiert werden kann. Durch einen juristischen Coup erstreitet sich der promovierte Anwalt Kluge, der zuvor schon durch filmpolitisches Engagement für den Neuen Deutschen Film und im Kino – über seine literarischen Publikationen hinaus – mittels selbstproduzierter Autorenfilme einige Aufmerksamkeit ausgelöst hatte, sein ›Gastrecht‹ im Programm des seit 1984 gesendeten Privatfernsehens der BRD. Anfang Mai 1988 wird erstmalig das von Kluges Firma dctp produzierte Kulturmagazin 10 vor 11 ausgestrahlt. Kurze Zeit später kommen News & Stories und Primetime/Spätausgabe hinzu. Mit diesen drei TV-Formaten erweist sich der Autor Kluge endgültig als ein Produzent im Sinne Benjamins. Dabei geht es ihm letztlich auch um eine ›Umproduktion‹ der politischen ›Maßverhältnisse‹ massenmedialer Öffentlichkeit zugunsten anderer Erfahrungsmöglichkeiten.