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Einleitung: Techniksozialisation? Soziale Angemessenheit und technische Systeme

  • Bruno Gransche,
  • Jacqueline Bellon,
  • Sebastian Nähr-Wagener

摘要

Dem vorliegenden Band liegt Forschungsarbeit zu dem thematisch spezifischen Forschungsgegenstand der sozialen Angemessenheit zugrunde: Sozialisation wird mit sozialer Angemessenheit zusammen gedacht, insofern Sozialisationsprozesse in einigen Hinsichten mit Fragen angemessenen Verhaltens zusammenhängen. „Techniksozialisation“ kann zweifach verstanden werden: einerseits werden Menschen auch durch und mit Technik sozialisiert, andererseits stellt sich die Frage danach, inwiefern über eine Sozialisation von Technik(en) gesprochen werden kann und ob, ggf. wie, diese gestaltungsseitig zu beeinflussen wäre. Technik ist durchzogen mit Angemessenheitsurteilen. Indem Technik gewisse Handlungsweisen nahelegt, unterstützt und sichert sowie andere verdeckt und hemmt hat sie grundsätzlich Einfluss auf Wahl, Modus und Gelingen unseres Handelns. Insofern diese Wirkung explizit oder implizit Eingang in die Gestaltung der Technik findet, bedeutet Technik zu gestalten, Handeln zu vermitteln. Insofern Technik Handeln vermittelt, bezeichnen wir sie in einem weiten Sinn als sozioaktiv. In jeder Technik sind Urteile über richtiges, nützliches, angemessenes Verhalten im Umgang mit oder unter Nutzung von dieser Technik implementiert. Im Zuge der Digitalisierung und der erweiterten Anpassungsfähigkeit und Verhaltensvarianz von ‚intelligenten‘ interaktionsfähigen Systemen wird die Wechselwirkung von Technikgestaltung, Angemessenheitsurteil und Handlungsvermittlung in verstärktem Maße problematisch und intensiviert sich u. U. sogar. In einem engeren Sinn bezeichnet das Label „sozioaktiv“ demnach die Fähigkeit von technischen Systemen aufgrund bestimmter „soziosensitiv“ etwa über entsprechende Sensoren ‚wahrgenommener‘ und verarbeiteter sozialer Signale zwischen verschiedenen dem System zugänglichen Verhaltenssequenzen zu wählen und diese an die ‚wahrgenommene‘ Situation anzupassen.