Nachhaltigkeit als landschaftskommunikative Herausforderung
摘要
Raumbezug, Erfahrung und Transparenz konstituieren zuverlässiges Nachhaltigkeitswissen. Sichtbar produziert wird es in Forschung und Wissenschaft. Die Landschaftskommunikation geht davon aus, dass auch gezielte öffentliche Diskurse einen substanziellen Beitrag zu seiner Entwicklung leisten müssen und können. Denn erstens ist die wissenschaftliche Erfahrung selektiv und ihr Raumbezug ebenso rückläufig wie die Transparenz der angewendeten Methoden. Zweitens ist die Praxis der tatsächlich stattfindenden Naturaneignung eine unverzichtbare Quelle für den gesellschaftlichen Lernprozess. Der Beitrag ordnet diesen Ansatz zunächst in eine landschaftsgeschichtliche Betrachtung ein und argumentiert, dass ein Wissensprozess, der die Menschen und ihre Erfahrungen einbeziehen soll, seit dem Zerfall des sozioökonomischen dörflichen Zusammenhangs und der Entstehung globalisierter Ballungsräume nur auf landschaftlicher Ebene fortgeführt werden kann. Anschließend wird die Arbeitsweise der Landschaftskommunikation am Beispiel des Oderbruch Museums Altranft und seines Engagements für regionale Selbstbeschreibung erläutert. Am Beispiel der Jahresthemen Handwerk, Wasser, Landwirtschaft, Baukultur und Natur wird schließlich gezeigt, zu welchen Ergebnissen und Einsichten das öffentliche Gespräch über die Landschaft führen kann.