Lebensgrundlage, Glück, Kulisse oder doch nur Bebauungsfläche? Erfassung rezenter kultureller Bezüge zu Natur und Landschaft
摘要
Wollen wir tatsächlich bis 2050 einen globalen, gesamtgesellschaftlichen Zustand von „Living in harmony with nature“ erreichen, bedarf dies der Abkehr von der anhaltenden globalen Wirtschaftswachstumsausrichtung mit ihren „industriemodernen Selbstverständlichkeiten“ und dem „fortschrittsgläubigen Weiter-So“, in der Natur im besten Fall als Warenlager betrachtet wird. Da die ökologische Krise im Wesentlichen Resultat anthropogenen Handelns ist, muss neben allen objektbezogenen Schutzbestrebungen das Subjekt Mensch und dessen kulturelles Naturverhältnis zum Ausgangspunkt notwendiger Transformationen werden. Jedoch wird die Passfähigkeit subjektiver, kulturell geprägter und daher sehr diverser Zugänge in ein positivistisches, utilitaristisches Konstrukt in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert. Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes ÖkoKult wurde auf der Grundlage einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Konstrukt der kulturellen Ökosystemleistungen ein eigenes Verständnis von Landschaftskultur definiert. Ausgehend von einer konstruktivistischen Landschaftsperspektive wurde ein mehrstufiges, breites Methodenset entwickelt und auf den Landschaftsraum der Lüneburger Heide angewandt. Dieses Vorgehen führte zu einer Annäherung an die Breite vorhandener raumrelevanter Kulturausdrücke und der dahinterliegenden, aktuell vorhandenen gesellschaftlichen emotionalen Raumbezüge.