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Agrarbiodiversität im Landschaftskontext – Warum für die Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Betrieben der Blick auf die Landschaft wichtig ist

  • Birte Bredemeier,
  • Daniela Kempa,
  • Christina von Haaren,
  • Janine Sybertz,
  • Sarah Matthies,
  • Michael Reich

摘要

In Agrarlandschaften hängt die Biodiversität in hohem Maße von den Bewirtschaftungspraktiken landwirtschaftlicher Betriebe ab. Über diese Praktiken und Managemententscheidungen hinaus spielt jedoch auch der Landschaftskontext eine wichtige Rolle für die Biodiversität auf dem Betrieb. Aufgrund ihrer Komplexität werden die Auswirkungen des Landschaftskontextes bei der Bewertung der Biodiversität landwirtschaftlicher Betriebe häufig vernachlässigt. Dieser Beitrag unterstützt dabei, Wissensdefizite zum Zusammenspiel von Managementfaktoren und umgebender Landschaft zu verringern und liefert praktikable Bewertungsansätze. Die Auswirkungen des Landschaftskontextes auf die Biodiversität von Agrarbetrieben werden indikatorenbasiert beschrieben und daraus Implikationen für Managemententscheidungen der Landwirt:innen und für politische Programme abgeleitet. Der Fokus liegt auf den Lebensraumtypen Acker, Feldrain und Hecke sowie auf den Artengruppen Gefäßpflanzen, Vögel und Tagfalter. Von insgesamt zwölf relevanten Indikatoren für den Landschaftskontext, die aus Literaturauswertungen abgeleitet wurden, konnten nach Auswertung von Felddaten fünf Indikatoren herausgestellt werden, anhand derer eine positive Wirkung auf die Biodiversität (hier verstanden als Artenvielfalt) der ausgewählten Lebensraumtypen abgeleitet werden kann. Dazu zählen die landschaftliche Heterogenität, die Bewirtschaftungsform angrenzender Felder, die Breite von Krautsäumen an Hecken und der Anteil von ähnlichen Lebensräumen bzw. Quellhabitaten sowie die Fruchtartenvielfalt in der näheren Umgebung. Die Indikatoren sind geeignet, um sie in gesamtbetriebliche Bewertungen der Biodiversität einzubeziehen, da sie leicht zu erfassen sind und so die Messbarkeit und Honorierung von Maßnahmenerfolgen ermöglichen. Sie können mit bekannten Indikatoren für die Bewertung der Lebensraumqualität auf den Betrieben (z. B. Mahdhäufigkeit, Nährstoffbilanzen, Breite von Strukturelementen) kombiniert werden, um Entscheidungen über die Gestaltung und den optimalen Standort von Biodiversitätsmaßnahmen zu unterstützen. Darüber hinaus können durch die Einbindung landschaftsbezogener Indikatoren kooperative Maßnahmen gefördert werden, die auf eine Verbesserung der Biodiversität auf der Landschaftsebene abzielen. Indem Landwirt:innen befähigt werden, die Wirkung betriebsübergreifender Maßnahmen abzuschätzen, kann auch die derzeit geringe Beteiligung an förderfähigen Gemeinschaftsmaßnahmen verbessert werden.