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Wald als multifunktionale Landschaft – Von der klassischen Holznutzung zur Betonung der Gemeinwohlleistungen des Waldes

  • Elisa Schmidt,
  • Tobias Scharnweber,
  • Martin Wilmking

摘要

Wälder stellen neben dem Rohstoff Holz eine Vielzahl gemeinwohldienlicher Ökosystemleistungen mit großem gesellschaftlichem Nutzen bereit, indem sie große Mengen atmosphärischen Kohlenstoffs aufnehmen und langfristig festlegen, einer spezialisierten Biodiversität Lebensraum bieten, Grundwasser und Luft reinhalten, Erholungsräume zur Verfügung stellen, physischen und mentalen Erkrankungen entgegenwirken, auf lokaler Ebene Lärm- und Hitzebelastungen reduzieren sowie Schutz vor Naturgefahren bieten. Die gleichrangige Beachtung aller Waldfunktionen ist ein für die Waldbewirtschaftung häufig formulierter Anspruch, dem Nutzungskonzepte in der Realität aber selten gerecht werden, weil nichtproduktive Leistungen in ihrer Bedeutung verbreitet Produktionszielen untergeordnet werden. Um die Bereitstellung der Gemeinwohlleistungen des Waldes dauerhaft abzusichern, erscheint es daher dringend notwendig, diese Prioritätensetzung zu überdenken und in Bewirtschaftungskonzepten die Multifunktionalität der Wälder stärker als bislang zu berücksichtigen. Am Beispiel des Waldgebiets Eldena bei Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, werden denkbare Alternativen zur klassischen Waldnutzung vorgestellt, die in unterschiedlichem Umfang Möglichkeiten zur Kompensation entgangener Erlöse aus der Holzvermarktung bieten. Im konkreten Fall steht mit der Einrichtung eines Ökokontos eine finanziell attraktive und kurzfristig realisierbare Einkommensalternative zur Verfügung, sodass für diesen Wald im Universitätsbesitz vieles für eine dauerhafte Überführung in einen Wald ohne Holznutzung spricht.