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Der Kommissar als Soziologe. Milieu und Habitus in den Maigret-Romanen von Simenon

  • Gregor Schuhen

摘要

Georges Simenon erzählt in seiner Maigret-Romanserie nicht nur spannende Kriminalgeschichten, sondern betreibt auch ausführliche Milieustudien. Dass insbesondere Simenons schmuckloser Stil und die Figurenporträts mitunter an soziologische Fallstudien erinnern, darauf hat als erster Ulrich Schulz-Buschhaus aufmerksam gemacht. Ganz gleich, ob es sich um Täter- oder Opferfiguren handelt, Simenon macht deutlich, dass der Mensch als Produkt seines sozialen Milieus zu betrachten ist und nur selten eine intrinsische Boshaftigkeit verkörpert. Es fällt auf, dass die kriminalistischen Ermittlungen Maigrets, der selbst aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammt, eher an sozialempirische Methoden erinnern, ja dass der Kommissar in vielen Szenen als empathischer und mitunter hartnäckiger Soziologe auftritt. Im Beitrag werden die soziologischen Aspekte der Maigret-Reihe mithilfe der Theorien von Pierre Bourdieu und seinem Schüler Luc Boltanski untersucht.