„Le métier d’homme est difficile“. Zur Konstruktion von Männlichkeit in La neige était sale
摘要
Der vorliegende Beitrag analysiert anhand des Konzeptes der hegemonialen Männlichkeit den Versuch des Protagonisten von Simenons Roman La neige était sale, eine männliche Identität im Kontext von Delinquenz und Prostitution aufzubauen. Dieses ist als Antithese zu dem der Weiblichkeit konzipiert, welche als permanente Bedrohung des männlichen Selbstentwurfes erscheint, und als Konkurrenzverhältnis der Repräsentanten hegemonialer Männlichkeit untereinander, die sich mit Misstrauen und Abneigung begegnen. So ist der Protagonist bestrebt, alle weiblichen Anteile seiner Person abzutöten und die Konkurrenten im Wettstreit um soziale Hegemonie auszustechen. Dies erfolgt durch die Kontrolle über die Frauen seines Umfeldes sowie durch die Begehung zweier Morde, die der psychischen Abhärtung dienen. Schließlich ist es jedoch der sozial deklassierte Repräsentant einer bürgerlichen Existenz, welcher als Rollenmodell und ersehnte Vaterfigur erscheint und den Protagonisten zur Umkehr bewegt, jedoch unter dem Vorzeichen des Todes.