Mobile Krisenherde. Fahrzeuge in Simenons „harten“ Romanen
摘要
In Simenons erzählerischem Werk herrscht reger Verkehr, sowohl zu Wasser als auch zu Lande. Die dabei benutzten Fahrzeuge bilden manchmal sogar den zentralen Schauplatz der Handlung, vor allem in den sogenannten „harten“ Romanen. Dies kommt nicht von ungefähr, wenn man bedenkt, dass die „romans durs“ in der Regel von einer existentiellen Krise, einer plötzlichen Devianz des bislang normalen Protagonisten handeln. Für dessen Entgleisen, Verlassen der Spur oder Abkommen vom Kurs bieten sich längere Fahrten geradezu an, besonders wenn es um „nicht normale Fahrten“ (Link) geht. Dabei bringt Simenon jeweils die Eigenheiten des vom Helden verwendeten Vehikels ins Spiel, sowohl seine spezifische Topologie als auch eine bestimmte Mythologie, die sich daran angelagert hat. Dies lässt sich am Schiff in Les Pitard (1935) ebenso belegen wie am Auto in Feux rouges (1953) und am Zug in Le train (1961).