Bilanz
摘要
Im Unterschied zu Konzeptionen des ‚Populären‘, die oftmals eng ausfallen (das ‚Populäre‘ als das ‚Standardisierte‘, das ‚Eingängige‘, ‚Reizvolle‘ etc.), ist beim Populären von vornherein zu erwarten, dass man auf viele unterschiedliche Bewertungen trifft – vorausgesetzt, man vermutet, dass die vorfindbaren populären Artefakte keineswegs alle einer spezifischen ‚populären Kultur‘ angehören. Mit dem Blick auf hohe Popularität – auf eine zustimmende Rezeption durch sehr viele Menschen innerhalb eines großen Gebiets in kurzer Zeit – hätte der Kreis der untersuchten positiven künstlerischen Einschätzungen sogar noch größer ausfallen können, falls z. B. die Opern- und Theater-Übertragungen im ersten Jahrzehnt des Fernsehens (als die Programmkonkurrenz noch gering ausfiel) oder Weihnachts-LPs mit Einspielungen von BachBach, Johann Sebastian- oder Barock-Werken unter Leitung von Stardirigenten herangezogen worden wären. Es reicht aber bereits die Untersuchung von Urteilen zu populären Werken der Pop- und Rockmusik, des Spielfilms, der Romanliteratur und zu Stars aus diesen Sparten aus, um ein beachtliches Spektrum positiver Urteile zum künstlerischen Wert entsprechender Genres und Artefakte zutage zu bringen. Seit ungefähr 1980 liegen sie alle ausformuliert und mit einiger Überzeugungskraft vor (was sich daran ablesen lässt, dass sie danach öfter verwendet worden sind); die ersten von ihnen besitzen bereits seit Beginn der ausgedehnten und intensiven Debatten über die ‚populäre Kunst‘ in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts größere Bedeutung.