Kunst von Laien und Amateuren?
摘要
Seit der weithin anerkannten prinzipiellen Lösung der Kunst von Regeln – historisch vor allem vom klassizistischen Regelwerk – gibt es potenziell mehr Kunstwerke, denn nun eröffnet sich auch Raum für Werke, die nicht auf (nahezu) formvollendete Weise mehr oder minder schwer zu beherrschende Regeln erfüllen. Die Wendung gegen den ‚Akademismus‘ läuft u. a. auf die Auffassung hinaus, dass Kunst, gerade gute Kunst, nicht auf ein langjähriges Studium zurückgehe, bei dem erlernt wird, was an Darstellungstechniken nötig ist, um sich im Rahmen des Regelwerks erfolgreich beweisen zu können. Es bedarf demgemäß nicht einer langen Ausbildung, um Kunst zu schaffen. Die romantische Hinwendung zum ‚Genie‘ wie auch zum ‚Volk‘ bietet die beiden Extrempunkte dieser Abwendung von der Regel und der Notwendigkeit, sie langjährig zu lehren und zu erlernen: Kunst bringen demnach entweder nur ganz wenige oder die Mitglieder einer großen Gemeinschaft hervor.