Ökonomie, Geld und Satire
摘要
Zwischen Antike und Moderne verschiebt sich der Begriff der Ökonomie von der privaten Hauswirtschaft zur Marktwirtschaft. Erst in der Frühen Neuzeit wird die Wirtschaft als „eigengesetzliches System von Produktion und Konsumtion“ (Koslowski 1979, S. 60) entdeckt. Mit dieser Verschiebung wandelt sich auch das Ziel der Satire: Statt wie in antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Text- und Bilddokumenten wirtschaftliche Untugenden und Verhaltensweisen im Rahmen des Hauses (griech. oikos) bloßzustellen – etwa Habgier, Geiz, Verschwendung, selbstverschuldete Armut –, richtet sie sich zunehmend auf gesellschaftspolitische Verhältnisse. Diese umfassen systembegründete Probleme wie Ausbeutung, rücksichtsloses Profitstreben, Monopolbildung, Spekulation, die Dominanz des Ökonomischen bis hin zu falscher Wirtschaftspolitik. Das Geld als zentrales symbolisches Medium ökonomischer Tauschbeziehungen und Verhaltensweisen wird dabei zum Hauptmotiv satirischer Kritik an ökonomischen Phänomenen in der modernen Literatur, im Film, im Kabarett und in der Karikatur.