Parodie, Kontrafaktur und verwandte hypertextuelle Verfahren der Satire
摘要
Das Verständnis von Parodie als literarischem Verfahren variiert im Verlauf der Geschichte wie auch synchron infolge unterschiedlicher Anbindungen des Begriffs an das umfassende Konzept von Intertextualität. Während Parodie im angelsächsischen Raum nicht unbedingt als vorlagenkritisch oder komisch aufgefasst wird, dominiert im deutschsprachigen Kontext die Auffassung, wonach die Parodie sprachliche, stilistische und strukturelle Elemente einer Vorlage mit dem Ziel abwandelt, diese vor dem Lesepublikum herabzusetzen und lächerlich zu machen. Dabei vermischen sich ästhetische und inhaltliche Kritik, so dass neben der literarischen Qualität des Prätextes auch dessen Anspruch auf autoritative Geltung in gesellschaftlicher, moralischer und politischer Hinsicht in Abrede gestellt wird. Das parodistische Schreibverfahren weist eine satirische Tendenz auf, sofern die Parodie auf aggressiv-spöttische Weise auch gegenüber außertextuellen Gegebenheiten und mit erkennbarem Wirkungsanspruch auftritt.