Literarische Bildung: Literaturvermittlung im Ausland
摘要
Der Artikel hinterfragt zunächst die vorliegenden Sachdefinitionen zum Begriff der Literaturvermittlung. Die daraus folgende These des Beitrags lautet, dass die Literatur zu Zeiten des Internets, von ChatGPT und AI-Übersetzungsfunktionen wie DeepL mehr denn je global rezipiert werden kann. Deshalb wird es in Zukunft zunehmend fragwürdig erscheinen, Literaturvermittlung weiter anhand nationaler Parameter bzw. nach Kategorien wie In- oder Ausland zu betrachten. In der Folge rekapituliert der Artikel die neuere Sachgeschichte der Literaturvermittlung und konzentriert sich auf deren Differenzen in anglofonen Kulturen. In diesem Kontext werden zuletzt vor allem die Besonderheiten der Literaturvermittlung in der ‚Auslandsgermanistik‘ bzw. den German Studies erörtert. Dabei werden Krisen, Reformen und Umorientierungen des Faches der German Studies skizziert. Nicht zuletzt wird herausgearbeitet, dass die zunehmende Internationalisierung der Literaturvermittlung auch die deutschsprachige Germanistik angeht, genauso wie die Frage der Literaturvermittlung im Kontext des Fremdsprachenerwerbs, etwa im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF). Abschließend wird die Relevanz der Literaturvermittlung für berufliche Perspektiven von Studierenden heute erörtert.