Rezeptionstheorien
摘要
Der Beitrag befasst sich mit literaturwissenschaftlichen Rezeptionstheorien in geschichtlicher und systematischer Hinsicht. Historisch reicht die Rezeptionstradition von der antiken Nachahmung und Überbietung griechischer Vorbilder über die mittelalterliche imitatio veterum bis hin zum Humanismus, der durch den Buchdruck neue Leserschichten erreicht. Seit den 1960er-Jahren prägen Isers und Jauß’ Theorien die Rezeptionsästhetik, die Texte als offene Gebilde begreift, deren Sinn erst durch die Leser:innen hervorgebracht wird. Neuere kultur- und medienwissenschaftliche Ansätze beziehen empirische Methoden, Genderperspektiven und Modelle wie Stuart Halls Encoding/Decoding ein. Die Rezeptionsforschung zeigt, dass literarische Bedeutung dynamisch entsteht – im Wechselspiel von Text, Kontext und Publikum – und verfolgt integrative Modelle, die klassische Theorien mit modernen cultural studies verbinden.