Telematikinfrastruktur in der pflegerischen Versorgung
摘要
Selbst im Jahr 2022 zählt das Faxgerät im deutschen Gesundheitswesen in weiten Teilen noch zum technischen Kommunikationsmittel schlechthin. Dabei ist das Faxgerät vergleichsweise fehleranfällig, zeitintensiv und auch aus Sicht des Datenschutzes umstritten. Mit der Telematikinfrastruktur soll sich dies nun ändern: Sichere E-Mail-Verfahren, eine elektronische Patientenakte und weitere Fachanwendungen zielen auf eine Modernisierung bzw. Digitalisierung des Gesundheitswesens ab. Neben angestrebten Mehrwerten für Patient*innen und Leistungserbringende wird dabei zugleich die Verwendung von Gesundheitsdaten für Forschungszwecke durch die Möglichkeit einer freiwilligen Datenspende vereinfacht. Mit einem Modellprogramm des GKV-Spitzenverbandes speziell für die Pflege und der Option, sich bereits heute freiwillig an die Telematikinfrastruktur anzubinden, wächst auch das Interesse bzw. der Bedarf in der Pflegebranche sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dies scheint dringend geboten, denn ab Januar 2024 sind ambulante Pflegedienste sowie außerklinische Intensivpflegedienste verpflichtet, die Telematikinfrastruktur zu nutzen. Für die stationäre Langzeitpflege gibt es hingegen noch keine vergleichbare Anschlussfrist. Der Beitrag skizziert den Status quo der Telematikinfrastruktur im Herbst 2022, stellt aktuelle Rahmenbedingungen für den Pflegesektor vor und diskutiert abschließend mögliche Chancen und Herausforderungen einer intersektoralen und durch die Telematikinfrastruktur digital vernetzten Versorgung von Patient*innen.