Religiöse Erneuerung bei Günderrode
摘要
Günderrodes Mahomed-Drama stellt eine Besonderheit in der Muhammad-Rezeption um 1800 dar, da der Prophet hier als legitimer und revolutionärer Religionsstifter durchaus positiv besetzt ist. Das Drama fungiert als eine heterodoxe Apologie einer positiven Religion der Offenbarung. Im Grunde aber erscheint der Islam als eine Art christlich geprägter pantheistischer Spinozismus: Das Göttliche wird zum dynamischen Prinzip des Lebens. Besonders hervorzuheben ist das synkretistische Verfahren Günderrodes, um die Wahrheit dieses pantheistischen Spinozismus zu begründen. Der Islam erscheint als logische Vollendung des Judaismus und Christentums und Günderrode bedient sich der Vorstellung der philosophia perennis, um diese Religion zu legitimieren. In diesen Zusammenhang ist auch der Prosatext Geschichte eines Braminen einzubeziehen, in dem der Spinozismus in gereinigter Form in Indien bestehen bleibt.