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Vom Skandal einer männlichen Autorenmaske

  • Carola Hilmes

摘要

Zu Lebzeiten publizierte Karoline von Günderrode unter dem Pseudonym Tian. In ihren Gedichten, Phantasien und poetischen Fragmenten erprobte sie unterschiedliche literarische Formen und adaptierte mythologische Stoffe recht eigenwillig. Die Ballade Piedro (1805) inszeniert homoerotisches Begehren: Die Liebe zwischen zwei Männern endet für beide tödlich; zurück bleibt die verschmähte Braut. In ihren literarischen Experimenten mit Gender- und Genrekonventionen unterläuft Günderrode heteronormative Geschlechtermodelle und eröffnet eine metapoetische Reflexionsebene. Damit stellt sie ihr Ingenium und ihren Mut zu gewagten Konstellationen unter Beweis. Im romantischen Liebesdiskurs sorgt sie so für Gender Trouble.