Kombination von Psychotherapie und Psychopharmaka
摘要
Nicht selten wird in der gegenwärtigen Versorgung von Patienten mit Zwangsstörung mit mehreren Therapien parallel gearbeitet, oft ohne explizite Koordination. Dies ist v. a. der Fall, wenn Patienten psychopharmakologisch anbehandelt werden und diese Behandlung dann über längere Zeit beibehalten wird. Einige dieser Patienten nehmen irgendwann auch eine Psychotherapie, häufig bei psychologischen Psychotherapeuten, in Anspruch und dann werden beide Therapien additiv durchgeführt. Es herrscht hierbei manchmal die Überzeugung, dass dies zu additiven Effekten führen könnte und damit den Patienten am besten geholfen wird. Es muss aber die Frage gestellt werden, ob die Kombination mehrerer wirksamer Komponenten tatsächlich eine weitere Steigerung der Effektivität mit sich bringt. Es ist vorstellbar, dass die Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie additiv wirkt, aber es ist auch nicht auszuschließen, dass die Einnahme von Medikamenten eventuell die Motivation zur Durchführung von therapeutischen Übungen bzw. die Selbstwirksamkeitsüberzeugung verringern, was geringere Lernerfolge zur Konsequenz haben könnte. Häufig wird angenommen, dass Patienten, die aufgrund hohen Angsterlebens nicht zu einer Verhaltenstherapie bereit sind, durch die gleichzeitige psychopharmakologische Behandlung dazu in die Lage versetzt werden. Eine empirische Klärung dieser praktisch hochrelevanten Fragen ist dringend erforderlich. Im Folgenden soll der gegenwärtige Evidenzstand dargestellt werden.