Tourismus, Externalisierung und Menschenrechte: Ansätze für den verantwortungsbewussten Einkauf touristischer Leistungen
摘要
Tourismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, das auch im Kontext der Externalisierung zu betrachten ist: Wohlstand inklusive Urlaubsfreuden, mithin gelebte Reisefreiheit als westliche Errungenschaft geht teils auf Kosten von Menschen und Menschenrechten in anderen Teilen der Welt. Tourismus ist dabei besonders paradox: Er lebt von intakter Umwelt und gastgebenden Gemeinden, die er ausbeutet und gefährdet, gleichzeitig aber auch stärkt und erlebbar macht. Dieser Beitrag stellt zwei Ansätze für eine verantwortungsbewusste Beschaffung im Tourismus mit besonderem Blick auf Reiseveranstalter vor: zum einen den wertebasierten Ansatz, der im Wesentlichen dem gesinnungsethischen Prinzip Max Webers entspricht, zum anderen den realpolitischen Ansatz, der im Wesentlichen dem verantwortungsethischen Prinzip entspricht. In beiden, teils konvergenten Ansätzen ergeben sich umfassende Herausforderungen für den Einkauf touristischer Leistungen angesichts stark fragmentierter Wertschöpfungsketten und interkultureller Divergenzen sowie zunehmender Komplexität durch regulatorische und öffentliche Forderungen. Allerdings gibt es auch bereits ermutigende Initiativen, die Reiseveranstaltern Handlungsleitfäden und Erfahrungsaustausch anbieten.