ICG-Fluoreszenz und Enhanced Imaging
摘要
Nachdem die intraoperative Fluoreszenzbildgebung in den 1990er-Jahren des letzten Jahrhunderts in verschiedenen Gebieten eingeführt wurde, hat sich diese erst in den letzten Jahren in Form der ICG-Floreszenz zu einem wichtigen Baustein in mehreren Feldern der diagnostischen und interventionellen Chirurgie entwickelt. Neben der Fluoreszenztechnologie mit dem am häufigsten verwendeten Farbstoff Indocyaningrün (ICG) eröffnen sich zukünftig breite Anwendungsfelder mit gegebenenfalls auch gewebespezifischen Farbstoffen. Technologien wie die hyperspektrale Bildgebung (hyper spectral imaging = HSI) werden zusätzliche Informationen für den Chirurgen auch in Kombination mit KI-Algorithmen liefern. So könnten diese bildgebenden Informationen im OP der Zukunft dazu genutzt werden, Gewebe voneinander zu diskriminieren, wie beispielsweise Nerven- oder Tumorgewebe. Im Bereich der Viszeralchirurgie ist die häufigste Anwendung der Fluoreszenzbildgebung mit ICG im Bereich der Gewebeperfusion vor oder nach Fertigstellung einer Anastomose im Bereich der kolorektalen und der Ösophaguschirurgie. Weiterhin kann die Fluoreszenzbildgebung wichtige Hilfestellung leisten im Bereich der Identifikation von Gallewegen und Galleleckagen, der Detektion von Metastasen und der Sentinel-Lymphknoten-Detektion. Einer der Hauptgründe, die zu einer weiten Verbreitung der ICG-basierten intraoperativen Bildgebung geführt haben, war die marktreife Entwicklung mehrerer Bildgebungssysteme, die das Interesse an der intraoperativen Fluoreszenzbildgebung wiederbelebt haben. Das Kapitel fokussiert sich daher auf die aktuelle Praxis der ICG-Floreszenz im Bereich der Viszeralchirurgie und bewertet die vorliegende Evidenz kritisch. Sofern der Chirurg sich mit dem bildgebenden System, dem verwendeten Farbstoff und dessen Anwendung sowie mit möglichen Fehlerquellen vertraut gemacht hat, so ist die intraoperative ICG-Fluoreszenzbildgebung sicher, schnell und reproduzierbar.