Laparoskopische Spendernephrektomie bei Nierenlebendspende
摘要
Nierentransplantate von lebenden Organspendern stellen eine in quantitativer und qualitativer Hinsicht unverzichtbare Ergänzung der rückläufigen Organspenden von verstorbenen Spendern dar. In Deutschland wurden im Zeitraum 2010–2015 jährlich zwischen 600 und 700 Nierenlebendspenden durchgeführt. Im Eurotransplant-Raum beträgt die absolute Anzahl an Lebend-Nierenspenden ca. 1300, in Nordamerika ca. 6000 Lebendspenden pro Jahr. Dies entspricht jeweils knapp 30 % der insgesamt durchgeführten Nierentransplantationen, bedeutet aber auch, dass die Gesamtzahl der Lebend-Spender nahezu der Anzahl der postmortalen Spender entspricht. Die Qualität der Nierentransplantate von Lebendspendern übertrifft in allen objektivierbaren Parametern, wie z. B. unmittelbare Transplantatfunktion, durchschnittliches Transplantatüberleben und durch Transplantation gewonnene Lebensjahre („life years gained from transplant“) die Qualität von Organen nach postmortaler Organspende (Matas et al. 2015). Die laparoskopische Spendernephrektomie wurde erstmals von Ratner 1995 beschrieben (Ratner et al. 1995), wobei die deutlich verbesserte postoperative Rekonvaleszenz der Organspender bereits in frühen Einzelserien hervorgehoben wurde. Neuere randomisiert kontrollierte Studien zeigen gegenüber dem offen chirurgischen, transabdominellen oder retroperitonealen Zugang eine, reduzierte Morbidität und ein reduziertes Schmerzerleben sowie eine schnellere postoperative Arbeitsfähigkeit und somit eine verbesserte Spenderzufriedenheit (Perry et al. 2003; Kok et al. 2006) bei gleichwertiger Organqualität (Simforoosh et al. 2005; Nogueira et al. 1999; Wolf Jr. et al. 2001). Diese Verbesserung der perioperativen Beeinträchtigung hat neben der zunehmenden Wartezeit auf eine postmortale Organallokation zu einer deutlichen Zunahme der Lebendspenden seit 1990 geführt. Die Anzahl durchgeführter Nierenlebendspenden ist nach 2-stelligen Zuwachsraten zwischen 1995 und 2010 in den in den vergangenen 5 Jahren in der westlichen Welt trotz verbesserter Spendebedingungen (Einführung von Austauschprogrammen in Form von Kreuz- und Serienspenden in zahlreichen Ländern) weitgehend konstant geblieben, wobei die Anzahl älterer Spender und Spender, die in keinem Verwandtschaftsverhältnis zum Empfänger stehen in den letzten Jahren zugenommen hat. Abwägungen zur Sicherheit des Organspenders müssen jede prä-, intra-, und postoperative Entscheidung des behandelnden Ärzteteams und insbesondere des Spender-Chirurgen bestimmen. Eine verlässliche Vermeidung von Major-Komplikationen und die langfristige Spendergesundheit sind daher Grundvoraussetzungen für die Legitimation einer Organentnahme des lebenden Spenders (Muzaale et al. 2014).