Heilende Gifte
摘要
Das Buchkapitel befasst sich mit der paradox erscheinenden Rolle von Giften in der Medizin. Es beginnt mit der Erklärung, dass Gifte, obwohl sie Schaden oder Tod verursachen können, auch entscheidend für die Entdeckung von Medikamenten waren. Historisch gesehen haben unsere Vorfahren durch Beobachtung und Selbstversuche gelernt, welche Pflanzen und Tiere giftig sind. Dieses Wissen führte zur Entwicklung von Medikamenten wie Methadon, Captopril und Blutdrucksenkern, die aus ursprünglich giftigen Substanzen gewonnen wurden. Der Text geht auf die antike Unterscheidung zwischen Gift und Heilmittel ein, die von Hippokrates und später von Paracelsius thematisiert wurde. Die Vielfalt und die Rolle der Tiergifte in der Natur und in der Medizin werden erörtert. Erwähnt werden das Bienengift und seine Anwendung in der Rheumatherapie sowie das hochwirksame Froschgift Batrachotoxin und seine Rolle in der Schmerzforschung. Das Kapitel geht auch auf die in modernen Gesellschaften relativ seltenen Vergiftungen durch Pflanzen und Tiere ein und unterstreicht die Bedeutung von Tiergiften für die Arzneimittelforschung. Als Beispiele werden unter anderem Vergiftungsfälle durch Eiben und Bärenklau angeführt. Schließlich wird auf die Entwicklung und Anwendung von Pflanzenstoffen in der Medizin eingegangen, wie z.B. Psoralen in der PUVA-Therapie zur Behandlung von Schuppenflechte und Neurodermitis. Der Text schließt mit einer persönlichen Auswahl weiterer Naturstoffe wie Mutterkornalkaloide, Paclitaxel und Tetrodotoxin, die als Arzneimittel eingesetzt wurden oder in der Forschung sind.