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Lesetechniken und Lesestrategien für das Verstehen von Gedichten. Überlegungen zu einer Auswahl

  • Thomas Zabka

摘要

In ihrem Standardwerk Grundlagen der Lesedidaktik stellen Cornelia Rosebrock und Daniel Nix die Frage, worin „sich die Anforderungen literarischer und nicht-literarischer Texte auf der Prozessebene des Lesens“ voneinander unterscheiden (Rosebrock/Nix 2020: 139). Angesichts der Mannigfaltigkeit des zu Vergleichenden sei eine pauschale Antwort nicht möglich, und selbst bei der Beschränkung des Vergleichs auf „Erzähltexte“ und „Lehrtexte“ lasse sich der folgende Befund nur als dominant, keineswegs aber als „kategorial“ behaupten: „Im hierarchieniedrigen Bereich ist die größte Gruppe der literarischen Texte, die Erzähltexte, anspruchsärmer als Sachtexte für die gleiche Altersgruppe; im hierarchiehöheren Bereich und insbesondere hinsichtlich der Darstellungsintentionen sind literarische Texte tendenziell anspruchsvoller“ (ebd.: 139 f.). Der erste Teil des Befundes gilt nur sehr eingeschränkt auch für lyrische Texte, die im Unterricht deutlich seltener gelesen werden als erzählende Prosa: Viele Gedichte fordern auch die lokale Kohärenzbildung stark heraus, wenn sie auf der Textoberfläche Ellipsen, Inversionen, Satzabbrüche oder uneindeutige syntaktische und semantische Bezüge zwischen Wörtern, Wortgruppen und benachbarten Sätzen aufweisen oder wenn sie – anders als die meisten Erzähltexte – ohne die Darstellung eines Settings auskommen und so bereits auf lokaler Ebene die Vorstellungsbildung erschweren.