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Propositionsfixiertes Leseverhalten – eine Hürde auf dem Weg zu literari-scher Bildung verstehen und überwinden

  • Mark-Oliver Carl

摘要

In ihrer Studie an Frankfurter Hauptschulen haben Cornelia Rosebrock, Carola Rieckmann, Daniel Nix und Andreas Gold (2010) in Gestalt mangelnder Leseflüssigkeit eine Hürde für Leseverstehen und Lesesozialisation identifiziert und effektive Vorgehensweisen zur Überwindung dieser Hürde aufgezeigt. Ihre Intervention stützte sich auf Befunde einer Reihe internationaler Studien (vgl. Fuchs et al. 2001; Pikulski/Chard 2005). Im Kontext ihres Lesekompetenzmodells (vgl. Rosebrock/Nix 2008) stellt die Leseflüssigkeit nur einen Teilaspekt dar und ist auf der untersten Hierarchieebene angesiedelt. Zudem erschöpft sich literarische Bildung und literarische Sozialisation nicht im Erwerb von Lesekompetenz, wie Rosebrock selbst betont hat (vgl. Rosebrock 2019). Doch wenn im Deutschunterricht der Sekundarstufe die Hürde ignoriert wird, die die mangelnde Leseflüssigkeit mancher Schüler:innen darstellt, dann sind diesen Schüler:innen auch alle weiteren, komplexeren und vielleicht persönlich bedeutsameren Bildungserfahrungen durch Texte verwehrt.