Lautes Denken als Verbalisationsverfahren literarischer Rezeption in so-ziokultureller Perspektive – neue Grenzen, neue Chancen
摘要
Schon ein kursorischer Blick auf die theoretische Modellierung literarischer Rezeptionsprozesse zeigt die Weite des Feldes, in das man sich begibt, möchte man die literarische Rezeption literarischer Texte phänomenologisch erkunden: Einerseits ist die mitschaffende Bedeutung des einzelnen Lesenden in der Rezeption spätestens seit Entwicklung des rezeptionsästhetischen Paradigmas (vgl. Jauß 1970; Iser 1975, 1993) unbestritten: Texte stellen „Lesbarkeitshinweise“ bereit (Lingnau/Preußer 2023: 7; vgl. Hausendorf et al. 2017), die von den Rezipient:innen zur Bedeutungskonstruktion genutzt werden. Und auch im gegenwärtig wirkmächtigen kognitionspsychologischen Paradigma der Textrezeption ist das Zusammenspiel zwischen Text und Rezipient:in von zentraler Bedeutung (vgl. Christmann 2004; vgl. Christmann/Schreier 2003), wird der:die Leser: in diesem Verständnis nach „als Subjekt des Verstehens“ konstruiert (Beinke/Charlton/Viehoff 2006: 73).