Hilfen für den Alltag nach Amputation und Prothesenversorgung untere Extremität aus Sicht der Ergotherapie
摘要
Die Wiedererlangung der größtmöglichen Selbständigkeit und Teilhabe am soziokulturellen Leben sind das erklärte Ziel einer jeden Rehabilitationsmaßnahme nach Beinamputation. Ziel des Trainings der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL-Training) und der Hilfsmittelversorgung ist die bestmögliche Alltagskompetenz des Betroffenen mit und ohne Prothese. In der frühen postoperativen Rehabilitationsphase lernt der Klient, nach dem Fuß-/Beinverlust alltägliche Verrichtungen unter für ihn neuen körperlichen Voraussetzungen sicher durchzuführen und Kompensationsstrategien zu entwickeln. Unter Einbeziehung der aktuellen Lebenssituation und der Berücksichtigung vorbestehender Erkrankungen oder weiterer Unfallfolgen wird der Hilfsmittelbedarf von Therapeuten oder Sozialdienstmitarbeitern in den Bereichen Selbstversorgung, Freizeit und Produktivität ermittelt und eine entsprechende Versorgung in die Wege geleitet. In Rehabilitationseinrichtungen werden diverse Hilfsmittel vorab erprobt. In einigen Fällen ist eine Beratung im häuslichen Umfeld oder eine therapeutische Stellungnahme hilfreich, um die Alltagskompetenz des Klienten in seinem realen Umfeld einzuschätzen. Der Hilfsmittelbedarf kann je nach Lebenssituation, Mobilitäts- und Aktivitätsgrad bei Personen mit Amputationen der unteren Extremität sehr unterschiedlich ausfallen. Ist der Klient trotz Prothese zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesen, müssen mögliche Barrieren im Wohnumfeld minimiert werden. Für die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit können z. B. im Rahmen der Arbeits- und Berufstherapie berufsspezifische Belastungen erprobt, individuelle orthopädische Schuhversorgungen getestet und evtl. nötige Hilfsmittel für den Arbeitsplatz identifiziert werden. In jede Hilfsmittelversorgung von Betroffenen mit Amputationen der unteren Extremität fließen unter der ganzheitlichen Betrachtungsweise der International Classification of Functioning, Disability and Health ICF (DIMDI/WHO 2005) individuelle Faktoren der Person und ihres Umfelds mit ein – das macht jede Versorgung besonders.