Unser Alltagsleben ist eng mit unserem Körper verbunden. Alles, was wir in unserem täglichen Leben tun, tun wir mit unserem Körper. Alltag kann somit als Körperordnung im wörtlichen Sinne verstanden werden. Allerdings ist dies den meisten Menschen nicht immer bewusst, wir nehmen meist weder unseren Alltag noch unseren Körper bewusst wahr, sondern setzen diese vielmehr als funktionierend und selbstverständlich voraus. Erst wenn diese Selbstverständlichkeit in irgendeiner Weise irritiert wird, offenbart sich dies als Instabilität. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert wie gewohnt, rücken Alltag und Körper ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Menschen, die unfall- oder krankheitsbedingt eine Beinamputation erfahren haben. Durch dieses Ereignis gerät ihr bisher gewohnter Alltag aus den Fugen, der eigene vertraute Körper wird plötzlich fremd. Die betreffenden Personen werden damit konfrontiert, sich ihren Körper und Alltag neu anzueignen. Wie ihnen dies gelingt, wird im vorliegenden Beitrag beschrieben. Die Daten beruhen dabei auf den Ergebnissen einer empirischen Studie, die zwischen 2013 und 2016 durchgeführt wurde und bei der mehrere Beinprothesenträger unterschiedlichen Alters interviewt wurden. Daneben wurden 3 Selbsthilfegruppen für Prothesenträger bei ihren verschiedenen Aktivitäten begleitet und längere Feldforschungsaufenthalte in einem größeren Orthopädietechnikzentrum sowie einer Rehabilitationsklinik durchgeführt (Ruther 2018).

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Alltag mit Beinprothese

  • Carolin Ruther

摘要

Unser Alltagsleben ist eng mit unserem Körper verbunden. Alles, was wir in unserem täglichen Leben tun, tun wir mit unserem Körper. Alltag kann somit als Körperordnung im wörtlichen Sinne verstanden werden. Allerdings ist dies den meisten Menschen nicht immer bewusst, wir nehmen meist weder unseren Alltag noch unseren Körper bewusst wahr, sondern setzen diese vielmehr als funktionierend und selbstverständlich voraus. Erst wenn diese Selbstverständlichkeit in irgendeiner Weise irritiert wird, offenbart sich dies als Instabilität. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert wie gewohnt, rücken Alltag und Körper ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Menschen, die unfall- oder krankheitsbedingt eine Beinamputation erfahren haben. Durch dieses Ereignis gerät ihr bisher gewohnter Alltag aus den Fugen, der eigene vertraute Körper wird plötzlich fremd. Die betreffenden Personen werden damit konfrontiert, sich ihren Körper und Alltag neu anzueignen. Wie ihnen dies gelingt, wird im vorliegenden Beitrag beschrieben. Die Daten beruhen dabei auf den Ergebnissen einer empirischen Studie, die zwischen 2013 und 2016 durchgeführt wurde und bei der mehrere Beinprothesenträger unterschiedlichen Alters interviewt wurden. Daneben wurden 3 Selbsthilfegruppen für Prothesenträger bei ihren verschiedenen Aktivitäten begleitet und längere Feldforschungsaufenthalte in einem größeren Orthopädietechnikzentrum sowie einer Rehabilitationsklinik durchgeführt (Ruther 2018).