Empfindungen Geistlicher Trockenheit als Ausdruck einer spirituellen Krise
摘要
Viele Menschen machen zu bestimmten Zeiten in ihrem Leben die Erfahrung, dass Gott, auf den sie ihre Hoffnung gesetzt haben, ihnen nicht so zur Seite steht, wie sie es erwarten, dass er ihre Gebete nicht zu erhören scheint und ihnen fern ist. Damit assoziiert sind Gefühle einer inneren Leere und Sinnlosigkeit, sodass auch das Gebet schwerfällt. Dieses Empfinden von Geistlicher Trockenheit (mit unterschiedlicher Intensität und Dauer) hat vielfältige Auslöser und Verstärker. In empirischen Studien zeigt sich eine deutliche Schnittmenge mit depressiver Gestimmtheit. Im Rahmen einer interprofessionellen Begleitung dieser besonderen Form einer spirituellen Krise, bei der es die metaphorischen Polaritäten der (hoffnungsvollen) „Dunklen Nacht der Seele“ sowie der (depressiven) „Verfinsterung“ gibt, ist eine sorgfältige Unterscheidung der „Geister“ nötig. Da es ein Schamthema ist, wird selten darüber gesprochen, obwohl es zumeist wenig mit Schuld, Schwäche oder Versagen zu tun hat und es viele Menschen in unterschiedlichen Situationen betrifft. Da in der palliativen Situation auch die Theodizee-Frage anklingt, sollten leichtfertige Vertröstungen vermieden und das schmerzhafte Erleben ernst genommen werden. Many people, at certain times in their lives, may perceive that God in whom they have placed their hope seems not to be at their side in the way they expect, that he is not answering their prayers, and is distant from them. Associated with these perceptions are feelings of inner emptiness and meaninglessness, so that also prayer life is difficult. This experience of spiritual dryness (with varying intensity and duration) has various triggers and amplifiers and has a clear association with depressive mood states as verified also in empirical studies. As part of an interprofessional accompaniment of this special form of a spiritual crisis with its metaphorical polarities of the (hopeful) “Dark Night of the Soul” and the (depressive) “Darkening”, a careful distinction of the “spirits” is necessary. Because these experiences are often an issue of shame, it is rarely talked about, although they usually have little to do with guilt, weakness, or failure, but affect many people in different situations. Since the question of theodicy is also raised in the palliative situation, too easy consolations should be avoided and the painful experience taken seriously.