Transformatives Lernen im Selbst- und Realexperiment: Wie das Format #climatechallenge neue Perspektiven auf Klimaschutz ermöglicht
摘要
Transformatives Lernen (tL) ist im Zentrum der Debatte über die Hochschulbildung für eine Nachhaltige Entwicklung angelangt. Einen großen Beitrag dazu hat das vom WBGU 2011 veröffentlichte Hauptgutachten „Welt im Wandel“ geleistet. Das Lern- und Lehrformat #climatechallenge (#cc) ist u. a. vom tL inspiriert und will seinen Teilnehmenden durch Selbstexperimente die persönliche Erfahrung von Klimaschutzhandeln ermöglichen. #cc besteht aus zwei Selbstexperimenten: 1) die Reduktion des individuellen CO2-Fußabdrucks (Footprint-Challenge) und 2) das Kennenlernen und Erproben von kollektiven Handlungsoptionen für transformatives Engagement (Handprint-Challenge). Bisher wurde noch nicht systematisch untersucht, ob oder wie #climatechallenge die Teilnehmenden dabei unterstützt, transformative Lernprozesse zu durchlaufen und ihre Bedeutungsperspektiven auf ihre eigene Rolle im Klimaschutz zu verändern. Es wurden 35 Erfahrungsberichte in einer Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet, die Studierende in einem Studium-Generale-Kurs der Hochschule Konstanz 2022 erstellt haben. Die Daten zeigen, dass die Teilnehmenden die zehn Phasen der transformativen Lerntheorie in einer #cc erleben. Dokumentiert sind bewusste Auseinandersetzungen mit Herausforderungen (Irritationen) zu Beginn der Selbstexperimente. Die Teilnehmenden beschreiben die Planung ihrer Verhaltensänderung, eignen sich selbstständig neues Wissen und Fähigkeiten an und gewinnen Selbstvertrauen in einer neuen Rolle, die sie überwiegend auch in Zukunft beibehalten wollen. Weniger ausführlich schrieben die Teilnehmenden über ihre Gefühle angesichts der Herausforderungen der notwendigen Veränderungen. Sie nahmen auch nur selten Bewertungen gesellschaftlicher Annahmen angesichts nicht-nachhaltiger Verhaltensweisen oder Strukturen vor. Auf Basis dieser Analyse werden die Gründe dafür diskutiert, warum die Teilnehmenden einzelne Phasen mehr oder weniger stark in den Erfahrungsberichten dokumentiert haben. Abschließend wird reflektiert, inwiefern diese Erkenntnisse Impulse für die Hochschulbildung geben können.