»Cadrer le dérèglement«. Politiken der institutionellen Intervention
摘要
Institutionen sind heterogene Gefüge, die Personen, Dinge, Praktiken und symbolische Systeme zusammenführen und dadurch psychosoziale Wirklichkeiten erzeugen. Sie können Gruppen unterwerfen oder Kreativität und Verantwortung fördern. In Anbetracht der Theorie und Praxis der institutionellen Psychotherapie – einer radikalen Bewegung, die in den 1940er Jahren von einer Gruppe um Lucien Bonnafé und François Tosquelles an der psychiatrischen Klinik Saint Alban gegründet wurde und auf eine Veränderung der politischen und sozialen Bedingungen für die Behandlung der Patienten abzielte – fragt der Beitrag nach einem positiven Verständnis der Rolle von Institutionen. Wie lassen sich Institutionen als Räume der Befreiung denken? Diese Frage war lehrreich für das Projekt der institutionellen Psychotherapie, wie es von Félix Guattari in »Psychoanalyse et Transversalité« (1972) in Reflexion über die Arbeit in La Borde dargelegt wurde. Am Beispiel von »la grille« – einem Organisationsschema für die täglichen Aufgaben in der Klinik – skizziert der Beitrag mögliche Mikropolitiken, die es der Institution erlauben, sich für ihre eigenen Problematisierungen zu öffnen.