Wichtige psychische Komorbiditäten im Rahmen der Schmerzmedizin
摘要
Psychische Komorbiditäten spielen in der Schmerzmedizin eine wesentliche Rolle. Schmerzen können sowohl Symptom einer psychischen Störung als auch die Erkrankung selbst darstellen. So sind Angst und Depression bei mehr als 50 % der chronisch schmerzkranken Patienten diagnostizierbar. Die ICD-11-Klassifikation hat eine neue Entität geschaffen, die sog. „körperlichen Belastungsstörungen“. Das englische Original nennt sie „bodily distress disorder“, was das Krankheitsbild besser beschreibt: kontinuierliche und wiederholte Stresserfahrungen bewirken körperliche Symptome. Auf die Schmerzmedizin angewandt, verdeutlicht diese Beschreibung, dass Stress zu (chronischen) Schmerzen führen kann und chronische Schmerzen physiologisch und psychologisch Stress verursachen. Entscheidendes Diagnosekriterium ist nun, ob Symptome belastend sind, Stress und Angst verursachen und zu einer Beeinträchtigung des Patientenalltags und/oder erhöhter Aufmerksamkeit für die körperlichen Beschwerden führen.