Milena Jesenská (1896–1944)
摘要
Der Beitrag widmet sich Milena Jesenská nicht primär in ihrer Rolle als einer Geliebten Kafkas, als die sie dem kulturellen Gedächtnis bis heute vorrangig eingeschrieben ist, sondern in ihrer Funktion als Journalistin und Übersetzerin moderner Literatur ins Tschechische, darunter auch zahlreicher Erzählungen Kafkas. Er konturiert die Hauptthemen ihrer zu Kafkas Lebzeiten und damit während ihrer Wiener Zeit entstandenen Feuilletons, zeichnet die in ihren Texten entwickelte „Philosophie des Alltäglichen“ nach und arbeitet ihr poetologisches Verständnis heraus. Anhand einer eingehenderen Analyse ihres 1921 erschienenen Prosastücks Ein Traum wird zudem sichtbar gemacht, inwiefern Kafkas Stilistik sowie die Diskurse, an denen er sich abgearbeitet hat und mit welchen sie aufgrund ihrer Übersetzertätigkeit bestens vertraut war, auch einen surrealistischen Widerhall in ihrem ansonsten so realitätszugewandten Schreiben finden.