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Max Brod (1884–1968)

  • Christine Lubkoll

摘要

Obwohl Max Brod zu seiner Zeit als Bestsellerautor galt, ist sein literarisches Oeuvre heute so gut wie vergessen. Berühmt wurde er allein als Nachlassverwalter Franz Kafkas. Seine umfangreichen schriftstellerischen Arbeiten (ca. 30 Romane und Novellen sowie einige Gedichtbände) weisen eine bemerkenswerte Entwicklung auf: vom frühen ‚Indifferentismus‘ (ab 1906) über expressionistische Arbeiten (1909–1913) bis hin zu einer ab 1915 sich etablierenden jüdisch-zionistischen Ausrichtung und der Verfestigung eines eher traditionellen Stils. Seine Abwendung von der radikalen Moderne fällt in eine Zeit der intensiven Zusammenarbeit mit Kafka. Zwischen 1909 und 1912 verfolgten die Freunde gemeinsame Schreib-Projekte, die aber letztlich scheiterten: Reportagen und ein in Co-Autorschaft verfasster Reise-Tagebuchroman (Richard und Samuel). Nicht zuletzt die durchaus krisenhafte Konfrontation beider poetologischer Ansätze liefert Einsichten in die Wendung hin zum literarischen Konservativismus Brods.